Vorbild Elon Musk

Die Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung ist zurzeit ein Bremsklotz für mutige Unternehmer. 

Sie kennen Elon Musk? Ja genau, der Unternehmer, der Paypal, SpaceX und Tesla mitgegründet hat. Sprungbrett in den Finanz-Olymp für den Kanadier war Ebay, wo der heutige Multimilliardär Anfang des neuen Jahrtausends noch brav in Lohn und Brot stand. Als Ebay Paypal erwarb, waren Elon Musk und weitere Mitarbeiter mit einem Schlag liquide. Viele davon steckten ihr frisch erworbenes Geld in Start-ups. Der Rest ist eine Erfolgsstory, die nicht nur Elon Musk berühmt machte, sondern für das gesamte amerikanische Start-up-Ökosystem einen Schub ohnegleichen bedeutete. Die gesamte US-Wirtschaft wurde angekurbelt.

Chancengleichheit für Start-ups gewährleisten

Dieses Modell wäre in Deutschland nicht möglich gewesen. Unter anderem, weil das Steuerrecht innovativ denkenden Unternehmern, die ihr Geld in Start-ups investieren wollen, Daumenschrauben  anlegt. „Das macht investieren unattraktiv, weil von Anfang an der staatliche Steuerhammer über dem Kopf des Unternehmers schwingt“, sagt Steuerberater Holger Latzel. Deutschland liegt, wie Studien belegen, bei den Rahmenbedingungen für Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungsmodellen in Start-ups abgeschlagen im internationalen Vergleich.

Frisches Geld schnell und nachhaltig investieren

Das hat jetzt auch NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart in einem Medienbericht angeprangert. Der FDP-Politiker fordert zu Recht eine Nachbesserung des Gesetzesentwurfs, den die Große Koalition vorgelegt hat. Der Staat muss willigen Unternehmern, die durch Firmen-Exits wie im oben beschriebenen Fall Ebay-Paypal Kapital erworben haben, steuerliche Anreize bieten. Eine vorgesehene Erhöhung des jährlichen Freibetrags bei der Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung auf 720 € bietet für den Unternehmer nur wenig Anreize. „Auch die nachgelagerte Besteuerung ist ein Damoklesschwert, das nach zehn Jahren verhängnisvoll für den mutigen Unternehmer werden kann“, berichtet Latzel.

Das Gesellschaftsrecht unternehmerfreundlich überarbeiten

Der Gesetzgeber sollte unter gesellschaftsrechtlichem Aspekt auch die in Deutschland übliche GmbH-Form unter die Lupe nehmen. Die „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ ist an sich ein gutes und solides Modell für die Unternehmerschaft. Was die Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung betrifft, birgt die GmbH aber immer noch rechtliche und bürokratische Hürden. „Auch hier“, so Latzel Steuerberater, „muss nachgebessert werden.“ Sonst schreckt das risikobereite Unternehmer mit Start-up-Mentalität ab. Hier nun an dieser Schnittstelle habe die Politik die Chance, der Wirtschaft einen Dienst zu erweisen. Das würde bestimmt junge Fellows mit guten Ideen ermutigen!

Keine Kommentare

Sorry, du kannst keine Kommentare mehr schreiben.